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Die 10 am stärksten unterschätzten Gefahren für Hunde im Sommer

München, 06. August 2020 – Nicht nur wir Menschen lieben den Sommer, sondern auch unsere Vierbeiner. Allerdings lauern in der wärmsten Saison des Jahres viele unterschätzte Gefahren. Ausflüge in die Natur, der Urlaub am Meer und andere typische Sommeraktivitäten bergen eine Reihe von Gesundheitsrisiken für Hunde, die man auf den ersten Blick oft nicht erkennt. Bei FirstVet, dem Anbieter für Telemedizin für Tiere, landen in den Sommermonaten in der digitalen tierärztlichen Sprechstunde immer wieder Fälle, die mit etwas Vorsicht vermieden werden hätten können. FirstVet setzt auf Vorsorge und klärt über die zehn am stärksten unterschätzten Gefahren für Hunde im Sommer auf und wie Halter*innen ihre Vierbeiner am besten vor ihnen schützen können.

  1. Algenvergiftung

Eine häufig unterschätzte Gefahr sind Blaualgen, die in Seen, Bächen und im Meer auftreten können. Genau genommen handelt es sich dabei um sogenannte Cyanobakterien, die zur Photosynthese fähig sind. Durch den Nährstoffreichtum im Sommer können sie sich massenhaft vermehren. Dabei kann es zu einer Anhäufung von Giftstoffen im Gewässer kommen. Diese sind nicht nur für den Menschen gefährlich, sondern auch für Tiere. Björn Becker, leitender Tierarzt bei FirstVet, warnt: “Wenn ein Hund in einem solchen giftigen Gewässer schwimmt oder daraus trinkt, kann er eine plötzliche und oft tödliche Algenvergiftung erleiden.” Becker empfiehlt deshalb Gewässer, die grünlich-blaue Schlieren an der Oberfläche aufweisen, zu meiden.

  1. Meersalzvergiftung

Auch das Baden im Meer ist mit Vorsicht zu genießen. Denn wenn Hunde große Mengen an Salzwasser trinken, können sie sich eine Salzvergiftung zuziehen. Das Fatale daran: Hunde zeigen dafür nicht unbedingt Anzeichen oder erbrechen sich nur ein einziges Mal. FirstVet Tierarzt Björn Becker empfiehlt in diesem brenzligen Fall dem Tier in kurzen Abständen kleine Mengen frisches Wasser zu geben. Um weiteres Erbrechen zu vermeiden, sollten Tierhalter*innen ihren Liebsten unter keinen Umständen große Mengen auf einmal einflößen. Die anschließenden Mahlzeiten sollten leicht verdaulich sein, z.B. gekochter Reis oder Nudeln mit etwas gekochtem Huhn, Truthahn, Weißfisch oder Ei.“ Anzeichen für eine schwerere Salzvergiftung sind anhaltendes Erbrechen, Durchfall, Lethargie, Steifheit, Krämpfe und im schlimmsten Fall sogar ein Koma. Wenn der Hund sich nach dem Planschen im Meer mehrmals übergibt, wiederholt würgt oder Speichelfluss hat, sollten Tierhalter*innen sofort den nächsten Tierarzt oder die Tierärztin rufen”, rät Becker.

  1. Nässende Ekzeme

Nicht nur während des Badens im Wasser ist Vorsicht geboten, häufiges Planschen kann auch im Nachgang zu gesundheitlichen Problemen führen. Denn bei Hunden, die sich häufig im Wasser aufhalten oder von ihren Halter*innen regelmäßig gebadet werden, können nässende Ekzeme, auch “Hot Spots” genannt, auftreten. Diese entstehen häufig dort, wo die Tiere sich kratzen, wie zum Beispiel am Hals oder am Oberschenkel. Die Haut wird gereizt und entwickelt einen entzündeten, geröteten Fleck. Der Sommer begünstigt durch Hitze und Feuchtigkeit die schnelle Verbreitung von Bakterien. Die Ekzeme wachsen dann schnell und sind oft sehr schmerzhaft für den Hund. Um dieser Symptomatik vorzubeugen, empfiehlt FirstVet Tierarzt Björn Becker Tierhalter*innen, den Hund nach dem Baden gründlich abzutrocknen. “Wenn es erst einmal zu einem nässenden Ekzem gekommen ist, muss es in der Regel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten vom Tierarzt behandelt werden, bis hin zu Antibiotika und Schmerzmitteln”, so Becker. Es lohnt sich also, dem Tier die Zeit für ausgiebiges Abtrocknen zu schenken.

  1. Wasserrute

Eine weitere Folge des beliebten Sommerbadens ist die sogenannte “Wasserrute” oder wie es in der Fachsprache heißt: akute kaudale Myopathie. Diese tritt besonders häufig bei Jagdhunden auf. Sie wird durch eine Einschränkung der Blutversorgung (Ischämie) des Rutenmuskels verursacht, in der Regel nach dem Schwimmen oder wenn das Tier in Kontakt mit kaltem Wasser war. Eine schlaffe Rute bestätigt in der Regel die Diagnose. Zur Behandlung verschreibt die Tierärztin Schmerzmittel und Wärmepackungen, die dazu dienen, den Rutenmuskel sanft zu erwärmen und die Durchblutung zu fördern. FirstVet Tierarzt Becker stellt bei diesem Krankheitsbild gute Prognosen in Aussicht: “Die meisten betroffenen Hunde werden innerhalb weniger Tage die Funktionalität der Rute wiedererlangen und vergnügt damit wedeln können”.

  1. Grassamen und Grannen

Nicht nur der sommerliche Wasserspaß erfordert Vorsicht und Maß, auch ein Ausflug in der Natur kann unangenehme Folgen für den geliebten Vierbeiner haben. Nach dem Tollen im hohen Gras können die Samen von Gräsern und Getreidearten sehr lästig werden. Wenn diese den Weg in Augen, Ohren oder Nase eines Hundes finden, stört das nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann außerdem zu Hautproblemen wie Nesselsucht oder Hautausschlägen führen. FirstVet Tierarzt Becker empfiehlt bei Reizungen in einem dieser Bereiche das Tier sorgfältig nach Grassamen, Pollenresten oder Staub abzusuchen. “Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund Grassamen oder sogar Grannen in den Augen oder Ohren haben könnte, suchen Sie immer einen Tierarzt auf”, so Becker.

  1. Schlangenbisse

Die Sommerhitze zieht Schlangen an, die sich in der Sonne aalen, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Glücklicherweise sind Schlangenbisse in Deutschland selten. Eine Schlange wie die Kreuzotter, deren Bisse für Tiere und Menschen giftig sind, ist als hoch gefährlich einzustufen. Wenn ein Hund von einer Kreuzotter gebissen wird, kann dies schwerwiegende Folgen haben. “Hundehalter*innen sollten unbedingt wissen, was zu tun ist, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund gebissen wurde”, betont FirstVet Tierarzt Becker. Sie werden die Schlange selbst vermutlich nicht zu Gesicht bekommen. Allerdings wird ein gebissener Hund jaulen und schreckhaft flüchten. Anschließend wird er schnell müde werden. An der Stelle, an der der Biss ist, wird sich eine große, wunde Schwellung entwickeln, oft um die Nase oder am Bein. Als Erste-Hilfe-Maßnahme rät FirstVet Tierarzt Becker: “Wenn Halter*innen den Verdacht auf einen Schlangenbiss haben, sollten sie ihren Hund so ruhig wie möglich halten, um zu verhindern, dass sich das Gift ausbreitet. Sie sollten das Tier sofort in die nächste Tierklinik bringen. Die Behandlung erfordert oft einen Klinikaufenthalt mit Infusionen zur Schmerzlinderung und genauer Beobachtung”.

  1. Kröten

Die Erdkröte (Bufo bufo) kommt in ganz Deutschland und in weiteren Ländern West- und Mitteleuropas vor. Die Krötenart hat Drüsen auf ihrem Rücken, die ein Gift absondern. Wenn ein Hund an einer Erdkröte leckt oder sie im Maul trägt, kann er Vergiftungserscheinungen entwickeln. Dazu gehören Hypersalivation mit Schaumbildung im Maul, Erbrechen und Unruhe. Ihr Zahnfleisch kann sich leuchtend rosa färben, oft reiben sie mit der Pfote an der Schnauze und schreien auf. “Bei diesen Anzeichen sollten Tierhalter*innen nicht zögern und die Schnauze mit reichlich klarem Wasser ausspülen. Der Hund sollte dabei das Spülwasser in keinem Fall verschlucken. Wenn sich innerhalb von zwei Stunden nach dem Kontakt keine weiteren Krankheitsbilder entwickeln, ist keine ernsthafte Vergiftung zu erwarten”, erklärt FirstVet Tierarzt Becker.

  1. Anglerhaken

Auch beim sommerlichen Angelausflug ist Achtsamkeit geboten. Denn es kann passieren, dass der Angelhaken samt Köder in der Schnauze des Vierbeiners landet. Angelhaken haben oft einen Widerhaken, um das Abrutschen des Fisches zu verhindern. Wenn dies der Fall ist, sollten Hundehalter*innen den Haken unter keinen Umständen rückwärts entfernen (auf demselben Weg, auf dem er hineingegangen ist), da sie sonst weitere Gewebeschäden verursachen oder einen verzweifelten Biss des Hundes riskieren. FirstVet Tierarzt Becker rät, den Haken nach vorne durch die (Schleim-)Haut zu drücken oder den Haken mit einer Zange durchzuschneiden, um ihn sicher zu entfernen. Dies ist allerdings nicht immer einfach, besonders wenn der Hund nervös ist und sich bewegt. In vielen Fällen müssen Angelhaken deshalb nach Verabreichung eines Beruhigungsmittels von einem Tierarzt entfernt werden. Solche Wunden heilen jedoch in der Regel sehr schnell und müssen nicht genäht werden.

  1. Fliegenmadenbefall

In den Sommermonaten sind Hunde ein beliebtes Ziel von Fliegen. Sie werden nicht nur von Stuhl, sondern auch von Wunden und heißer, feuchter Umgebung angezogen. Warmes und feuchtes Fell, das mit Fäkalien, Urin oder Wundsekret verunreinigt ist, ist ein besonders attraktives Nest, in das Fliegen gerne ihre Eier legen. Bereits nach 24 Stunden schlüpfen diese Eier zu Larven, die sich in die verletzte Haut fressen können. Ein solcher Fliegenschlag ist für den Hund sehr schmerzhaft. Die Maden sind weiß und 5 bis 10 Millimeter lang. Wenn sie nicht schnell gefunden werden, können sie schwere Verletzungen hervorrufen und sogar tödlich für das Tier sein. Hunde mit dichtem Fell und solche, die Durchfall oder Erkrankungen der Harnwege hatten, sind besonders gefährdet. FirstVet Tierarzt Becker empfiehlt: “Wenn Sie Fliegenmaden entdecken, bringen Sie Ihr Haustier immer zu Ihrem Tierarzt. Das Problem erscheint oft kleiner, als es ist, weil sich die Maden in das Gewebe eingraben. Beim Tierarzt wird dem Hund in der Regel ein Beruhigungsmittel verabreicht. Das Fell an der betroffenen Stelle wird geschoren und alle sichtbaren Fliegenmaden werden entfernt. Es erfolgt eine antiparasitäre Behandlung. Um Fliegenbefall zu verhindern, überprüfen Sie die Haut Ihres Hundes täglich auf Anzeichen von Geschwüren, Hautreizungen oder Kotkontamination. Falls nötig, baden Sie Ihren Hund mit Haustiershampoo und schneiden Sie ihm in den wärmeren Monaten das Fell nach”.

  1. Sonnenbrand

Was viele Hundehalter*innen nicht wissen: Auch ihre Vierbeiner können einen Sonnenbrand bekommen. Besonders Hunde mit dünner Haut oder sehr dünnem Fell sind stark gefährdet. FirstVet Tierarzt Becker erklärt, dass Hunde mit rosafarbener Haut über weniger Melanin in der Haut verfügen, wodurch ihr Sonnenbrandrisiko steigt. Wie bei Menschen steigt auch bei Hunden nach einem Sonnenbrand das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Um einem Sonnenbrand vorzubeugen, rät Becker: “verwenden Sie an allen exponierten Stellen einen haustierspezifischen, parfümfreien Sonnenschutz; sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ausreichend Zugang zu kühlen, schattigen Plätzen hat und vermeiden Sie längere Aufenthalte in der Sonne”.

Einen allgemeinen Rat gibt FirstVet Tierarzt Björn Becker noch allen Tierhalter*innen mit auf den Weg: „Wenn Sie sich unsicher sind bei einer plötzlich auftretenden heftigen gesundheitlichen Problematik bei Ihrem Hund, rufen Sie bitte ohne zu zögern den nächstgelegenen Tierarzt, Tierärztin oder die Tierklinik an.“

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Über FirstVet

FirstVet ist der weltweit führende Telemedizinanbieter für Haustiere. Tierhalter*innen finden per Video-Sprechstunde über das Mobiltelefon, den Computer oder das Tablet schnelle Hilfe und Rat von erfahrenen, in Deutschland registrierten FirstVet-Tierärzt*innen, ohne die sichere häusliche Umgebung des Tieres verlassen zu müssen. Da FirstVet ein unternehmensunabhängiger Service-Anbieter ist, können Tierhalter*innen auf maximale Kundenorientierung vertrauen und andere Marktteilnehmer wie Tierärzte und Versicherungen auf einen starken Partner im digitalen Zeitalter bauen. FirstVet wurde 2016 in Schweden gegründet und verzeichnet bereits mehr als 300.000 registrierte Nutzer. Der Anbieter ist mit über 200 erfahrenen Tierärzten in 6 Ländern aktiv: Deutschland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Großbritannien.