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Employer Branding – wie der Aufbau einer starken Arbeitgebermarke gelingt

Um das gleich vorweg zu nehmen – Employer Branding bedeutet nicht durch Floskeln auf der Homepage oder in Jobanzeigen mit so offensichtlich grundlegend wichtigen Punkten wie abwechslungsreichen Aufgaben und einem angenehmen Betriebsklima zu werben. Für Unternehmen, die heutzutage qualifizierte Mitarbeiter finden möchten, sollten diese Dinge selbstverständlich sein. Und auch zu dem oft aufgeführten Punkt „kostenloses Mineralwasser“ stellt sich mir die Frage, ob das wirklich erwähnenswert ist? Nichts für ungut. Ich kenne aus eigener Erfahrung kein Unternehmen, wo es das nicht gibt. Erwarten tatsächlich noch manche Betriebe von ihren Mitarbeitern, ihr eigenes Wasser mitzubringen? Und ist kostenloses Wasser wirklich ein Benefit, den man sich groß auf die Fahne schreiben sollte? In Zeiten des demografischen Wandels, globaler Arbeitsmärkte und der teils schwierigen Suche nach ausgebildeten Fachkräften sollten sich Unternehmen wieder verstärkt auf die Wurzeln des Employer Branding besinnen.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Employer Branding wirklich? Ziel ist es, eine starke Arbeitgebermarke zu bilden, die auf den Punkt bringt, wofür das Unternehmen als Arbeitgeber steht. Durch den Aufbau einer signifikante Arbeitgebermarke profilieren und differenzieren sich Unternehmen gegenüber der Konkurrenz. Die Wahrnehmung und Attraktivität des Unternehmens soll nach außen, bei potentiellen neuen Mitarbeiter, wie auch nach innen, bei den Beschäftigten, erhöht werden und bei letzteren zu einer stärkeren Identifikation und Bindung mit dem Unternehmen führen.

Um erfolgreich im Employer Branding zu sein erfordert es vor allem eines: Authentizität. Jedes Unternehmen ist einzigartig und so muss auch für jedes Unternehmen eine individuelle Arbeitgebermarke aufgebaut werden. Hierbei spielen die definierten Werte eine wichtige Rolle aber auch wie diese in die jeweilige Unternehmenskultur integriert und von allem Mitarbeitern gelebt werden. Führungskräfte sind dabei ein wichtiges Vorbild, denn sie haben direkten Einfluss auf die Gestaltung der Unternehmenskultur, die sich wiederum auf die Loyalität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter auswirkt.

Ein weiterer Punkt im Employer Branding ist die klare Differenzierung der Arbeitgebermarke zu anderen Marktteilnehmern. Um eine sinnvolle Positionierung zu entwickeln, ist es wichtig herauszustellen, was das Unternehmen besonders und anders macht. Dazu benötigt es Mut und Entscheidungsbereitschaft, denn viele Firmen scheuen es, hier Profil zu zeigen. Zumeist aus Angst heraus, auch nur eine einzige am Unternehmen interessierte Person zu verprellen. Mit der „eierlegenden Wollmilchsau“ ist allerdings niemandem geholfen. Dieser Prozess des Entscheidens erscheint erstmal unbequem, istaber bei der Herausbildung einer individuellen Arbeitgebermarke unerlässlich.

Grundsätzlich zu beachten gilt es, dass die Arbeitgebermarke zu der Unternehmenskultur passen muss, zu große Abweichungen führen zu enttäuschten Erwartungen und Unzufriedenheit seitens der (potentiell neuen) Arbeitnehmer und letztlich zu einer kurzen Verweildauer im Unternehmen, im schlimmsten Fall kann es gar zu einem Negativimage des Unternehmens in der gewünschten Zielgruppe führen.

Um im „War of Talents“ als Gewinner hervorzugehen, müssen sich Unternehmen in Zukunft noch viel stärker mit Employer Branding auseinandersetzen und die noch schlummernden Potentiale herausarbeiten und für sich nutzen. Eine starke Arbeitgebermarke ist unerlässlich, wenn es um erfolgreiches Recruiting von Fachkräften, langfristige Mitarbeiterbindung, die Ausrichtung der Unternehmenskultur sowie die Organisationsentwicklung geht. Auf was warten Sie?

Von Jelena Bergmann