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Was kommt, was geht, was bleibt Post-Corona?

Analyse von Verhaltensweisen und Wünschen für die Zeit nach der Pandemie

  • Deutsche wünschen sich die „kleinen Dinge“ zurück
  • 42% möchten die Maske als Schutz bei Krankheit weiterhin nutzen
  • Franzosen feierfreudiger als Deutsche und Spanier

Berlin, 14.04.2020 – Während immer mehr Länder hohe Impfquoten vorweisen können und in vielen Lebensbereichen wieder mehr Normalität zulassen, befindet sich Deutschland nach wie vor im Lockdown und sieht aufgrund der steigenden Neuinfektionen strengeren Beschränkungen entgegen. Wie wirkt sich dies auf das Stimmungsbarometer der Deutschen aus? Auf welche Aktivitäten freuen wir uns am meisten? Und fühlen wir uns tatsächlich wohl, wenn wir bald wieder alles dürfen?

Um das herauszufinden, hat der Online-Marktplatz Groupon eine europaweite Studie mit jeweils 1.000 Teilnehmern in Deutschland, Frankreich und Spanien durchgeführt.

Eins vorweg: Es sind nicht die außergewöhnlichen Dinge, die die Menschen am meisten vermissen, sondern die ganz alltäglichen. Freunde und Familie wieder besuchen oder zu sich einzuladen, der gemeinsame Besuch eines Restaurants und die Möglichkeit, sich wieder zu umarmen stehen ganz weit oben auf der Wunschliste.

Dauerhaft dankbar durch Corona?

Aus einer Liste von 50 Aktivitäten, die nach dem Lockdown wieder möglich sind, sind die beliebtesten die folgenden: 41 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie gerne Freunde und Familie besuchen würden, während 39 Prozent gerne Freunde und Familie einladen würden. An dritter Stelle steht der Wunsch, mit Freunden in ein Restaurant oder eine Bar zu gehen (38 %), sowie Freunde und Bekannte wieder zu umarmen (38 %). An fünfter Stelle steht der Wunsch, wieder auf Fernreisen zu gehen (37 %).

„Es ist gut möglich, dass Menschen infolge der Pandemie dankbarer werden“, meint der Psychologe Nick Modersitzki, der an der Universität Bielefeld forscht. „Anhaltende Persönlichkeitsveränderungen finden vor allem dann statt, wenn sich die Lebensumstände, beziehungsweise die Alltagssituationen, verändern und Menschen sich regelmäßig anders verhalten, anders denken und anders fühlen. Indem Menschen dann über sich selbst und ihr Leben reflektieren, können sich Einstellungen und Werte ändern. Zum Beispiel können wir darüber nachdenken, was uns wichtig ist oder was uns gut tut und was nicht und somit langfristig mehr Wertschätzung für das gewöhnliche soziale Miteinander und für die kleinen Freuden des Alltags entwickeln.“

Essen im Restaurant? Unbedingt. Clubben? Eher nicht.

Groupon hat außerdem untersucht, wie wohl sich die Bevölkerung mit unterschiedlichen sozialen Szenarien fühlt, wenn eine Herdenimmunität erreicht ist und welche Maßnahmen sie aus der Pandemie beibehalten würden.

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung (55 %) fühlt sich wohl damit, ein gut gefülltes Restaurant zu besuchen, ohne eine Maske zu tragen. Ähnlich optimistisch sieht es in Frankreich aus: 72 Prozent hätten keinerlei Bedenken, in einem vollbesetzten Restaurant zu essen. In Spanien hingegen geben insgesamt 53 Prozent an, dass sie dies nicht tun würden oder sich nicht wohl fühlen mit dieser Entscheidung.

Dem Nachtleben, beziehungsweise dem Besuch eines Nachtclubs jedoch stehen 64 Prozent der Deutschen mehr als skeptisch gegenüber. Sie gaben an, sie würden sich nicht sicher fühlen, tanzen zu gehen und ein Teil der Befragten würde dies ganz ablehnen. Ähnlich sieht es beim Besuch eines Festivals aus: Der Großteil (59 %) hätte Bedenken oder würde es ausschließen, während 45 Prozent der Teilnehmer im Alter von 16-44 Jahren ein Festival besuchen würden.

Die Franzosen hingegen sind etwas feierfreudiger: 51 Prozent würden sich beim Clubbing wohl fühlen, und 61 Prozent wären auch dem Besuch von Festivals nicht abgeneigt. In Spanien würden sich 57 Prozent aller Befragten nicht wohl in einem vollen Club fühlen und diesen teils auch komplett ausschließen. Die Hälfte der Spanier würde jedoch guten Gewissens ein Festival besuchen.

Generell zeichnet sich ein klarer Trend unter den deutschen Teilnehmern ab: Bei großen Ansammlungen von Menschen ohne genügend Abstand gehen sie gern auf Nummer sicher. So würden sich 66 Prozent entweder nicht wohl fühlen oder es völlig ausschließen, ohne Maske in einen Bus mit vielen Menschen zu steigen – selbst wenn ein Großteil der Bevölkerung bereits durchgeimpft wäre. Vor allem in der Generation 60+ würden es 42 Prozent strikt ablehnen.

The New Normal – Neues Hygienebewusstsein auch nach Corona

Das Leben mit der Pandemie hat das Bewusstsein für Hygiene, vor allem mit Blick auf soziale Interaktion stark erhöht. 63 Prozent der deutschen Bevölkerung würden weiterhin verstärkt auf Hygienemaßnahmen achten, wenn sie andere Menschen treffen. „In neuen Situationen entstehen neue Gewohnheiten, die gegebenenfalls auch beibehalten werden, wenn sich die Umstände wieder verändern. Zum Beispiel werden sich einige vielleicht weiterhin per elbow bump begrüßen“, erklärt Persönlichkeitspsychologie Modersitzki.

Bei der Frage, ob sich die Maske dauerhaft auch bei eigener Krankheit und zum Schutz der anderen durchsetzen wird, gaben 42 Prozent der Befragten an, sie würden eine Maske tragen, wenn sie selbst krank sind, um ihre Mitmenschen zu schützen. 27 Prozent sind noch unschlüssig und 31 Prozent würden die Maske ablehnen.

Die Hälfte der deutschen Bevölkerung (51 %) will nicht mehr so viele Hände schütteln oder Menschen umarmen, wie vor der Pandemie. Auch in Frankreich sind die Menschen noch vorsichtig: 40 Prozent gaben an, dass sie darauf verzichten und 30 Prozent zeigten sich unentschlossen im Umgang mit Umarmungen & Co. Die Spanier sind hingegen nicht so ängstlich: Hier sagen etwa 50 Prozent, dass sie sich wieder vorstellen können, Menschen zu umarmen und Hände zu schütteln.

„Bereits jetzt kristallisiert sich ein bestimmter Post-Corona-Lifestyle heraus: Die Deutschen freuen sich, das Leben wieder mehr genießen zu können – vor allem gemeinsam mit ihren Freunden und der Familie. Es ist jetzt wenig überraschend, dass ein Großteil hierzulande ein starkes Sicherheitsbedürfnis hat und dementsprechend auch in vielen Dingen vorsichtig und vorausschauend denkt. Wir arbeiten daher jetzt schon daran, passende Angebote mit kuratierten Erlebnissen für eine kleinere Anzahl von Menschen zusammenzustellen“, so Nils Dantzer, Managing Director von Groupon Deutschland.

Hinweis an die Redaktion

Die Umfrage wurde von Groupon in Zusammenarbeit mit Perspectus Global in UK, Spanien, Frankreich, den USA und Deutschland im März 2021 durchgeführt. In Deutschland wurden 1.000 Menschen unterschiedlicher Demografien befragt.